Morgen findet in der Stadthalle eine Veranstaltung zu den Einsparungen beim ÖPNV statt. Es informieren Bürgermeisterin Sabine Groß, Stadtkämmerer Martin Wilhelm sowie die Geschäftsführung der OVB und NiO, Anja Georgi und Heiko Linne und das Beratungsunternehmen KCW. Die Caritas scheint nicht auf dem Podium zu sitzen. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen und dürfen Fragen stellen. Es wurde erzählt, dass alle Fragen beantwortet werden würden. Wir haben auch viele Fragen. Und die stellen wir schon mal hier vor, weil die Antworten bestimmt viele Leute interessieren. Wir haben sie auf der Basis der beiden Analysen von Michel Heilmayer formuliert:

Fragen zu Beratungsfirmen, Zeitabläufen

  1. Welche Beratungsfirmen waren beteiligt, nur KCW oder ist auch PlanMobil? Sind die 200000 Euro Honorar für beide oder nur für eine? Hat PlanMobil noch mal extra gekostet?
  2. Die Stadt arbeitet ja schon länger mit PlanMobil zusammen. Warum ist noch eine Firma (KCW) hinzugezogen worden und wann?
  3. Die Firma KCW empfiehlt die Reduktion des Verkehrsangebotes im Dezember 2022, also zum nächsten Fahrplanwechsel. Bei einer vorzeitigen Reduktion entstehen vermeidbare Mehrkosten, da alle Aushangfahrpläne neu erstellt und händisch ausgetauscht werden müssen. Warum das?
  4. Wenn schon seit Juni 2021 bekannt ist, dass man so deutlich sparen muss, warum macht man dann zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 noch mal große Änderungen, obwohl man schon weiß, dass man sie so nicht halten können wird?
  5. Wenn schon bekannt war, dass man sparen muss, warum hat man während der Bürgerbeteiligung zum Verkehrsentwicklungsplan nicht darüber aufgeklärt oder wenigstens darauf hingewiesen?
  6. Warum behaupten Sie, dass die Strecke Buchhügel – Ostbahnhof mit der 108 eine Maßnahme des hier vorgestellten Konzeptes sei, obwohl sie bereits im Fahrplanwechsel 12/2021 ihren Ursprung hat?
  7. Warum wurde den Stadtverordneten nur eine sehr kurze und unvollständige Präsentation als Entscheidungsgrundlage gegeben und viele weitere Informationen trotz Nachfrage lange Zeit vorenthalten?

Fragen zu Fahrgastzählungen und Definitionen

  1. Laut der Webseite der Stadt sind nur 1,3 % der Fahrgäste „betroffen“. Wie ist dieser Begriff definiert? Nur die Fahrgäste der Linie 106? Oder auch die Fahrgäste der gestrichenen Parallelverkehre? Und auch die Fahrgäste anderer komplett eingestellter Linienäste (Hebestr. (102), Caritas / Buchrainweiher (106), Buchhügel (106), Verbindung Rumpenheim – Waldheim – Neuer Friedhof (108)). Die Fahrgäste der 107 und 120 an Wochenenden?
  2. Es wird auf eine „automatische Fahrgastzählung“ verwiesen, ohne zu erklären, wie diese funktioniert. Welche Fahrgäste werden gezählt? Alle? Nur die, die sich eine Einzelfahrkarte kaufen oder alle Einstiege? Das wird nicht erläutert.
  3. Warum gibt es keine Gesamtübersicht der Fahrgastzahlen an allen Haltestellen?
  4. Warum fehlen die Fahrgastzahlen der Haltestellen „Theodor-Heuss-Schule“, „Ketteler Krankenhaus“ und „Seniorenzentrum“? Genau diese generieren ja die meisten Fahrgäste.
  5. Wurden die Fahrgastzahlen am Klinikum Offenbach und der Tulpenhofstraße mit Leibnizschule berücksichtigt?Als Maßnahmen schlägt man vor, den Regionalverkehr besser abzustimmen. Doch haben die 551 und X83 noch Kapazitäten für weitere Fahrgäste? Wie ist dort die Auslastung? Hierfür fehlen alle Daten, um es besser auszuwerten und so beurteilen zu können. Als Maßnahmen schlägt man vor, den Regionalverkehr besser abzustimmen. Doch haben die 551 und X83 noch Kapazitäten für weitere Fahrgäste? Wie ist dort die Auslastung? Hierfür fehlen alle Daten, um es besser auszuwerten und so beurteilen zu können.

Fragen zur Sozialverträglichkeit

  1. Warum streicht man die 106 und keine andere Linie? Wurde rein auf Zahlen basiert gehandelt oder hat man auch geschaut, was eine Linie so abdeckt, welche Zielgruppen sie hat? War Sozialverträglichkeit auch ein Kriterium bei dieser Entscheidung?
  2. Warum sind im Vorfeld nicht die Betroffenen einbezogen worden, u.a. die Caritas, der Seniorenbeirat oder der Behindertenbeirat?

Fragen zu Linienführung und Haltestellen

  1. Wie sollen die Anwohner auf dem Buchhügel in die Innenstadt kommen, wenn sie kein Auto besitzen, nicht Rad fahren und nicht mehr gut laufen können?
  2. Ist es verhältnismäßig, die „Theodor-Heuss-Schule“ nur noch durch die 107 zu bedienen und damit die Zahl der Fahrten pro Stunde in der Hauptverkehrszeit von sechs auf zwei zu senken, während z.B. an der Haltestelle „Kettelerstr. / Aldi“ (Bürgel) weiterhin sechs Busse pro Stunde halten?
  3. Warum wird die Mobilitätszentrale von der Innenstadt in die abgelegene Hebestraße verlagert, wo es keine Haltestelle mehr geben soll?
  4. Im Nahverkehrsplan 2017 – 2022 und in den Nahverkehrsplänen davor hatte man für Bushaltestellen einen 300-m-Radius, für die S-Bahn 600-m-Radius. Woher kommen die 250 m und 500 m für den Bus?
  5. Warum nennen Sie den „Heusenstammer Weg“ als alternative Haltestelle zum Wetterpark, obwohl er 900 m entfernt ist?

Fragen zur Vertaktung der Linien

  1. Warum spart man nicht mit dem Takt in den Abendstunden?
  2. Bisher waren einige Linien (103 und 120) miteinander vertaktet sind zum 15-Minuten-Takt. Wie sorgt man dafür, dass es weiterhin einen vernünftigen Takt geben wird?
  3. Warum arbeitet man zusätzlich nicht noch mit alternierenden Linienwegen, wie man es schon bis 2018 getan hat.
  4. Haben Sie in Betracht gezogen, dass der X83, der als Ersatz für die 106 jetzt die Sprendlinger Landstraße bedienen soll, an mehreren Haltestellen (Tulpenhofstraße, Dickstraße, Backstraße, Merianstraße ) gar nicht hält, weil er ein Expressbus des RMV ist?.
  5. Warum soll die 108 auf der Linienwegverlängerung Waldstr. – Hauptbahnhof – Kaiserstr. – Marktplatz Umwege fahren, was eine deutliche Fahrtzeitverlängerung für den Buchhügel zum Marktplatz bedeutet. Warum nicht wie bisher Hafen – Kaiserlei?
  6. Als Maßnahmen schlägt man vor, den Regionalverkehr besser abzustimmen. Doch haben die 551 und X83 noch Kapazitäten für weitere Fahrgäste? Wie ist dort die Auslastung? Hierfür fehlen alle Daten, um es besser auszuwerten und so beurteilen zu können.
  7. Wurden schon Gespräche mit dem Betreiber der Regionalbusse geführt, um konzeptionelle Alternativen anzubieten?
  8. Zur Abfederung von „Härten“ werden „zusätzliche V-Fahrten“ vorgeschlagen. Welche Quantifizierung und Qualifizierung sind hier untersucht worden?
  9. Es werden V-Wagen als Ersatz für den Wetterpark vorgeschlagen, doch wann sollen diese fahren?
  10. Wurde geprüft, ob an der Rosenhöhe, Kaiserlei, Waldhof, Hafen etc. nicht ein 30-Minuten-Takt anstatt eines 15-Min-Takts reichen würde?

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