3. Juli 2025
- Tagesordnung: Der Antrag der BI Bieber-Waldhof wird abgesetzt
- Gefahrenabwehr am Bieberer Berg
- Stadtelternbeirat und Stadtschülerrat kommunalpolitisch stärker einbeziehen
- Neuverteilung der Mittel für die Umsetzung des Rechtsanspruchs von Grundschulkindern auf Ganztagsbetreuung
- Katzenschutzverordnung
- Parlament verkleinern und Ortsbeiräte schaffen
In den über vier Jahren, die wir schon Stadtverordnete sind, hatten wir uns an die Stadthalle gewöhnt, aber in dieser Sitzung tagten wir dort zum letzen Mal. Denn nach den Sommerferien wird endlich der Sitzungssaal im Rathaus fertig renoviert sein. Wir sind gespannt, denn wir von Ofa haben da noch nie getagt. Der Denkmalbeirat, in dem Annette Mitglied ist, ist begeistert. Die früheren Schadstoffe konnten nach langer Mühe aufgespürt und eliminiert werden und es gibt eine Soundanlage mit bester Technik, die auch alle Schwerhörigen an allen Plätzen beglücken soll. Fehlt nur noch die Sitzordnung, aber wir haben Vertrauen, dass sie so ähnlich wird wie in der Stadthalle.
Aber zur Sache: Hier geht es zum Stream1 und zur Tagesordnung2.
Dieses Mal hat die Sitzung wieder sehr lange gedauert, erst um Mitternacht waren wir wieder zuhause, weil die Tagesordnung sehr lang war und es viel Diskussionsbedarf gab. Wie immer haben wir sehr viel Gegenwind bekommen, wie immer stand die Einheitsfront der Koa geschlossen, wie immer zählten Argumente nicht. Gegenreden gingen nicht auf Argumente ein und behaupteten viele Unwahrheiten. Trotzdem viel Spaß beim Lesen!
Tagesordnung: Der Antrag der BI Bieber-Waldhof wird abgesetzt
Der Tagesordnungspunkt 273 (Leitlinien zur Bürgerbeteiligung der vorbereitenden Untersuchungen im Baugebiet Bieber-Waldhof) wurden an den Magistrat zurückverwiesen. Hierzu wollen wir einiges erläutern:

Seit 2023 gibt es für Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit, auch Anträge an die Stadtverordnetenversammlung zu stellen. Die Einzelheiten werden durch die Leitlinien für Bürgerbeteiligung4 geregelt. Eine Bedingung ist, dass man seinem Antrag 142 Unterstützer-Unterschriften (UUs) beigefügt hat. Die Bürgerinitiative Bieber-Waldhof hatte einen Antrag vorbereitet. Im November 2024 hatte sie eine erste Version davon der „Service und Beratungsstelle für Bürgerbeteiligung“ vorgelegt, mit der Bitte um Beratung, ob ein solcher Antrag juristisch korrekt sei. Da waren die UUs noch nicht dabei. In der Zwischenzeit hatte die BI ihren Entwurf überarbeitet, und zu dieser Sitzung den Antrag dann eingereicht, mit 206 UUs.
Zu ihrem großen Erstaunen stand dann jedoch nicht der eingereichte Antrag auf der Tagesordnung, sondern die vorläufige Version3 vom November. Die beiden Versionen unterscheiden sich erheblich. Die Koalition hat dann auch eingesehen, dass man das nicht so stehenlassen kann. So kam ein einstimmiger Beschluss zustande, den Antrag an den Magistrat zurückzuweisen. So weit, so lustig!
Aber wir haben uns auch mal angeschaut, was der Magistrat dazu geschrieben5 hatte: Er empfiehlt die Ablehnung des Antrags. Am Schluss der Empfehlung heißt es:
„Information zum Quorum:
Eine Unterschriftenliste zum Antrag liegt lt. der BI vor. Da die Beschlussvorlage eine Ablehnung des Antrages vorsieht, ist die Prüfung der Gültigkeit und Erreichung des Quorums von 144 gültigen Unterschriften nur dann notwendig, wenn die Stadtverordneten der Beschlussvorlage widersprechen und den Antrag für gültig erklären.“
Dies steht im Widerspruch zu den Leitlinien, in denen es stattdessen heißt:
„Für die Einleitung eines Bürgerbeteiligungsprozesses ist die Unterstützung des Vorhabens durch 142 Einwohnerinnen und Einwohner (die doppelte Zahl der Stadtverordneten) erforderlich.“

Der Magistrat hatte die UUs noch gar nicht, was er auch bestätigt, mit dem Satz, dass eine Unterschriftenliste „lt. der BI“ vorliegt. Er hat also die UUs überhaupt nicht geprüft, sondern trotzdem einen Bürgerbeteiligungsprozess eingeleitet.
Das lädt alle Bürger dazu ein, Anträge erst mal einzureichen, und sich nur dann die Mühe einer UU-Sammlung zu machen, wenn die Stadtverordneten dem Antrag zustimmen.
Eine Fortsetzung ist dann wohl in der nächsten Sitzung zu erwarten.
Gefahrenabwehr am Bieberer Berg
Dieser Antrag6 stand schon letztes Mal auf der Tagesordnung, und es war der dritte Anlauf, die Gefahrenabwehrverordnung zu verabschieden. In unserem Bericht7 dazu kann man die Hintergründe nachlesen. Weshalb die Koalition sie zurückgezogen hat, weiß sie wahrscheinlich selbst nicht. Jetzt gibt es endlich nach Jahren wieder eine rechtssichere Gefahrenabwehrverordnung.
Wie schon im vorigen Bericht erklärt, gab es einen Ergänzungsantrag von uns (die beste Lösung) und einen Änderungsantrag der Koa (die zweitbeste Lösung). Die wurde dann angenommen, weil sie den Vorteil hatte, dass sie von der Koa kam.
Stadtelternbeirat und Stadtschülerrat kommunalpolitisch stärker einbeziehen
Die CDU hat einen Antrag8 gestellt, dass der Stadtelternbeirat (SEB) als beratendes Mitglied in den Jugendhilfeausschuss (JHA) sowie die Steuerungsgruppe Ganztag und die Verkehrskommission aufgenommen werden sollte. Der Antrag ist wohl eine Reaktion auf die Empörung, die die neue Regelung zur Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern hervorgerufen hat. Denn der Stadtelternbeirat hatte sich in einem Offenen Brief beschwert, dass er nicht einbezogen worden ist. Dazu mehr im folgenden Kapitel9.

Wir fanden und finden den Antrag gut, aber wir hatten die Beteiligung des Stadtschülerrats (SSB) vermisst. Das ging dem Stadtschülerrat genauso, und daher haben wir zusammen mit dem SSB einen weiteren Antrag10 für eine stärkere Einbeziehung des SSB gestellt.
In den Ausschüssen schlug die Koa vor, beide Anträge zusammen zu verhandeln. Wir hätten nichts dagegen gehabt, denn es ging ja um mehr Beteiligung der Betroffenen. Allerdings war die CDU dagegen. Uns war schon klar, warum die Koa das wollte. Sie hatte wohl vor, einen Abfangjäger für beide Anträge zu schreiben, also einen Änderungsantrag, der einen Teil der Anträge aufnimmt.
Da nun beide Anträge nicht zusammen verhandelt wurden, gab es nur einen Änderungsantrag für den CDU-Antrag. Immerhin stand dort ein Passus, dass der Magistrat prüfen solle, „in welchen kommunalen Gremien eine strukturelle Beteiligung gesellschaftlicher Gruppen künftig möglich und sinnvoll ist.“ Das wäre ohne unseren Antrag wohl nicht passiert. Außer uns haben nur die Linken für den Antrag gestimmt.
Wir bedanken uns jedenfalls herzlich beim Vorsitzenden des Stadtschülerrats für die konstruktive Zusammenarbeit.
Neuverteilung der Mittel für die Umsetzung des Rechtsanspruchs von Grundschulkindern auf Ganztagsbetreuung
Im Herbst 2021 hat der Bundestag eine Novellierung Ganztagsförderungsgesetz verabschiedet. Es sieht vor, dass ab dem Schuljahr 2026/27 alle Grundschulkinder ein Recht auf Ganztagsbetreuung haben. Die Stadt ist nun verpflichtet, dieses umzusetzen. Bisher gab es in Offenbach eine Vielfalt, darunter die recht erfolgreichen Ganztagsklassen und Hortbetreuung. Die Schule wird vom Land finanziert, die Horte von der Stadt. Nun will die Stadt das Geld, das sie bisher für wenige Horte aufwendet, auf alle Schulen verteilen und die Horte abschaffen. Dazu hat sie einen Antrag11 gestellt. Das hat fatale Nebenwirkungen, bei der vor allem die Bildung der Kinder auf der Strecke bleibt.
Mehrere Gegenredner und -rednerinnen waren stolz darauf, dass die Stadt die bisherigen Mittel für die Horte nicht auch noch kürzt. Sie gingen aber nicht darauf ein, dass es sich in Zukunft kaum noch um Bildung, sondern stattdessen nur noch um Aufbewahrung handelt. Die SPD sah kein Problem, auch die Erasmus-Kinder würden weiter betreut werden können. Auf die gebrochene Magistratszusage ging die Rednerin nicht ein, auch nicht auf die Konsequenzen, die dies für die Finanzierung des Schulbaus hat. Recht geben wir ihr, dass das Land viel mehr dazu geben müsste.

Herr Weiß beschwerte sich über unsere Anfrage12 zum Thema mit 35 Unterfragen, die doch alle in einer Sitzung des KSS beantwortet worden seien. Nein, das waren sie eben nicht! Deshalb haben wir ja die Anfrage gestellt. Es gibt außerdem viele Betroffene, die diese Antworten sehr interessieren und die sie für ihre Planungen brauchen. Aber wenn die Antworten alle vorliegen, dürfte es ja ein Leichtes sein, sie uns gerade mal zuzuschicken. Er warf uns dann vor, dass wir nicht betont hätten, welche große Aufgabe das sei, und dass es ein Skandal sei, dass die Kommunen nicht besser finanziert seien. Das finden wir zwar auch, aber das zu betonen, sehen wir nicht als unsere Aufgabe. Wir machen uns Sorgen um die Bildungschancen unserer Kinder. Und wir hätten behauptet, dass es jetzt eine Ganztagsschulpflicht gebe. Das könne jede Schule für sich entscheiden. Nein, Annette hat nur gesagt: „Völlig unklar in diesem Antrag ist, ob hier das Schulrecht mit Schulpflicht oder das Jugendhilferecht oder vielleicht eine Mischform greift.“ Und wo das der Fall ist, nämlich in Schulen mit dem Profil drei, „kommen die Angebote in die Schule“, also die Musikschule, die Sportvereine und mehr. Das haben wir auch nicht bestritten. Er hat offensichtlich die Rede nicht verstanden. Uns geht es um die verlorene Flexibilität, als darum, dass manche Aktivitäten sich sehr ändern würdem, wenn die Angebote in die Schulen kommen. Wenn z.B. ein Kind gern Fußball spielt, aber das Problem hat, dass in seine Schule der Judoverein kommt, und ein anderes gerne Judo trainieren würde, aber in seiner Schule nun mal Fußball gespielt wird. Oder wenn ein Kind Geigenunterricht nimmt und dafür jeden Tag üben möchte, dann geht das nicht erst nach 18:00 Uhr. Dafür kommt die Musikschule nicht in die Schulen. Kurz, er war empört über die Kritik und war sich sicher, dass man das alles ganz großartig macht. Über die Qualitität der zukünftigen Bildung kam kein Wort.
Wir fürchten, dass wir in ein paar Jahren die Folgen sehen werden. Auch jetzt schon ist der Bildungsbericht13 in Offenbach eine Katastrophe.
Katzenschutzverordnung

Alle Jahre wieder! Zum dritten Mal haben wir den Katzenschutzantrag14 gestellt. In Frankfurt brauchte es fünf Anläufe, bis es endlich eine Katzenschutzverordnung (KSV) gab. Wir werden diesen Antrag jedes Jahr stellen, mal sehen, ob wir mehr oder weniger Anträge als die Frankfurter brauchen.
Hier sind die Berichte zu unseren bisherigen KSV-Anträgen: Bericht 202315 und Bericht 202416.
Dieses Mal hat der Nabu ein weiteres Argument17 geliefert, und der Kreisverband Offenbach e.V. hat dazu auch einen Offenen Brief geschickt: Freilaufende Katzen stellen ein erhebliches Problem für die Ökosysteme dar. Schätzungen besagen, dass jedes Jahr bis zu einem Drittel der Vogelpopulation in den Städten und im Umkreis von 500 m zu bebauten Flächen jedes Jahr Katzen zum Opfer fallen. Damit sind Katzen die mit Abstand häufigste Todesursache von Vögeln, gefolgt von Glasscheiben, Straßenverkehr, Stromleitungen, Krankheiten und von anderen Beutegreifern.
Die Gegenrede hielt wieder der gleiche Grüne, der beim ersten Mal (2023) eine KSV noch selbstgerecht als „Quatsch“ bezeichnet hatte und beim zweiten Mal (2024) dann zugegeben hatte, dass sie eine gute Idee sei, man sich aber nach den Wünschen der SPD und FDP richte. Jetzt beim dritten Mal wiederholte er, dass man nun mal der Koa-Disziplin gehorche. Nur die SPD und die FDP seien schuld, dass die Grünen nicht zustimmten.
Bekanntlich kritisieren wir das Demokratieverständnis der Grünen und ihrer Koa-Freunde schon lange. Dieses Mal müssen wir aber auch ihr Logikverständnis kritisieren. Der grüne Redner sagte, dass es „für beide Seiten Argumente gab“, die man abwägen müsse. Das klingt so, als ob die Gegner einer Verordnung valide Argumente hätten. Allerdings sind diese Argumente widerlegt, wie Annette in ihrer Rede deutlich erklärt hat. Wenn man meint, die schon widerlegten Argumente noch mal „abwägen“ zu müssen, ohne auf die Widerlegung einzugehen, dann ist das so, als ob der eine sagt „die Erde ist eine Scheibe“ und der andere ausführlich erläutert, warum sie eine Kugel ist. Dann kommt ein Dritter, und sagt: „weil es eben eine Abwägungsentscheidung ist, richten wir uns nach der Mehrheit unserer Partner“. So macht man Fake News gesellschaftsfähig, und so läuft das heutzutage leider mit vielen Politikthemen. Besonders in den USA, wo auf einmal wissenschaftliche Erkenntnisse nicht mehr zählen, weil eine Mehrheit eine andere Meinung hat, z.B. beim Thema Impfschutz. Eine redlichere Argumentation wäre zumindest auf die Argumente der Befürworter eingegangen und hätte versucht, nachzuweisen, dass diese nicht stimmen. In der Wissenschaft macht man das so, aber leider nicht in der Politik. Stattdessen versuchte der Redner, sich über unsere Hartnäckigkeit lustig zu machen, wichtiger sei es, Zeit zu sparen.
Wir fragen uns, wie die Grünen-Wähler das finden, dass ihre Partei hilft, den Mehrheitswillen auszuhebeln und gar nicht bemerkt, welchen Schaden sie damit der Demokratie zufügt. Und dass sie für den Machterhalt Fortschritte im Tierschutz und Naturschutz in den Wind schlägt.
SPD und FDP machten sich nicht die Mühe, ihre Ablehnung irgendwie zu erklären, sondern überließen das zum dritten Mal den Grünen, die es ja dann auch nicht erklärt haben.
Für unseren Antrag haben wir und die Linken gestimmt.

Parlament verkleinern und Ortsbeiräte schaffen
In Offenbach sind über die Jahre von verschiedenen Fraktionen immer wieder Anträge zur Prüfung von Ortsbeiräten eingebracht worden. In mehreren Stadtteilen wünschen sich die Bewohner schon seit längerem Ortsbeiräte. Aber diese Anträge sind immer wieder abgelehnt worden, was uns nicht überrascht.
Ortsbeiräte hätten den Vorteil, dass die Mitglieder die spezifischen Probleme ihres Ortsteils besser kennen. Viele hessische Großstädte haben seit der Einrichtung der Ortsbeiräte gute Erfahrungen gemacht, auch in unserer Nachbarkommune Frankfurt. Mehr Mitwirkungsmöglichkeiten vor Ort würde die Akzeptanz der Demokratie erhöhen, die ja in Offenbach immer weiter sinkt, wie man an der Wahlbeteiligung sieht.
Man könnte stattdessen die Zahl der Stadtverordneten verkleinern. Das würde Geld sparen und auch nichts ändern, weil viele Stadtverordnete nicht viel mehr tun als ihre Stimmkarte nach Vorgaben zu heben.
Deshalb haben wir die Prüfung von Ortsbeiräten und die Verkleinerung der Stadtverordnetenversammlung beantragt18.
Die Reaktionen waren, wie erwartet, sehr wütend. Der neu in die FDP Übergewechselte behauptete, dass eine Verkleinerung der Zahl der Stadtverordneten ein Abbau der Demokratie sei. Sein Demokratieverständnis ist also, dass mehr Leute Anträge nicht lesen, aber abnicken!
Er bescherte uns auch ein Deja-Vu-Erlebnis. Denn anscheinend muss man sich als frisch übergewechselter Stadtverordneter erst mal profilieren, wenn man nicht nur Hinterbänkler sein will. Das hat kürzlich ja schon mal einer vorgemacht19, der die Linken verlassen hat und zur SPD übergewechselt ist: Man beschimpft erst mal die Ofa! Dann ist Koa-Applaus sicher, egal, was man da behauptet. Da unser Antrag nicht genug Material zum Beschimpfen hergab, suchte er sich etwas, was er schon in anderen Koa-Schimpftiraden gehört hat. Ob das zum Thema passte? Egal!
Er kopierte also die Lieblingsbehauptung des neuen SPD-Mitglieds20 und des Oberbürgermeisters21 und ereiferte sich, dass wir ein abgrundtiefes Misstrauen gegen die Verwaltung hätten, „dass es dort irgendwie nicht mit rechten Dingen zugehen würde“. Auch die Grünen22 haben diese Unterstellung schon aufgriffen, die FDP mit ihrem neuen Mitglied jetzt also auch. Alle meinen damit unsere häufigen Forderungen nach mehr Transparenz. Die FDP23 hatte ja schon öfter verlangt, dass wir doch mal mehr Vertrauen haben sollten, dass Beschlüsse auch ohne Transparenz stets vorbildlich umgesetzt würden. Nach dieser Logik wäre Oppositionsarbeit völlig unnötig. Kurz, die Schimpftirade hatte zwar nichts mehr mit dem Antrag zu tun, erfüllte aber ihren Zweck, das Standing des Redners in der Koa zu festigen.
Er unterstellte dann noch, unsere Forderung nach Ortsbeiräten sei nur ein Feigenblatt für unseren Wunsch, das Parlament zu verkleinern. Unsere Begründung, dass die Ortsbeiräte ihre eigenen Interessen besser kennen würden, fand er beleidigend, denn seiner Ansicht nach unterstellten sie, dass die Stadtverordneten zu wenig Ahnung von den Stadtteilen hätten. Da muss man sich nur mal vorstellen, dass ein Ortsbeirat Bieber über die Bebauung Bieber-Waldhof mitbestimmen dürfte, oder ein Ortsteil Bürgel über das Parkraumkonzept oder ein Ortsteil Hafen über die Vergabe der Hafenmarina. Die Koa weiß ganz gut, warum sie wirklich dagegen ist, sie hätte es dann nämlich mit mehr Mitbestimmung zu tun und das Durchregieren würde erschwert. Die vielen anderen Kommunen, die Ortsteile haben, haben ja dann ganz bedauernswerte Stadtverordneten, weil die durch die Einrichtung beleidigt worden wären.
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